PUIG DE MISSA
Der Puig de Missa wurde 1952 vom Kulturministerium zum Bien de Interés Paisajístico (Landschaftsschutzgebiet) und 1985 zu einem Bien de Interés Cultural como lugar histórico (historisches Kulturgut) erklärt und gilt seit 2002 als Conjunto Histórico (historischer Komplex).
Die Puig de Missa ist ein bedeutender architektonischer Komplex und ein emblematischer Bau des architektonischen Erbes von Santa Eulària des Riu. Der Name leitet sich von der befestigten Kirche auf der Spitze des Hügels aus dem 16.Jahrhundert ab, die heute eine Pfarrkirche ist. Der Puig de Missa ist ein 52 Meer über dem Meeresspiegel gelegener Hügel, der eine fruchtbare Gegend überblickt, die vom einzigen Fluss der Balearen durchflossen wird.
BESCHREIBUNG DER KIRCHE
Die Grundstruktur der heutigen Kirche, das Schiff und der Turm stammen aus einem einzigen Projekt, dessen Architekt vermutlich Fratín ist, der auch die Stadtmauern der Stadt Ibiza erbaut hat.
Im Laufe der Zeit wurde der Bau erweitert, um seinen Befestigungscharakter zu verbergen, dabei entstanden unter anderem die beiden Seitenkapellen (Nummer 3 und 4) aus dem späten 17.Jahrhundert oder frühen 18.Jahrhundert und die zur gleichen Zeit erbauten porxos (überdachter Seitenanbau, Nummer 5), die als Versammlungsort der auf dem Land verstreuten Bevölkerung dienten. Das derzeitige Haupttor (Nummer 6) wurde anstatt des früheren befestigten Tores geöffnet und das ses Dones-Tor, auch cala Llonga-Tor genannt, wurde ebenfalls geöffnet (Nummer 7). Auch die cas vicari (Vikarshaus) wurde angebaut, später das Haus des Priesters, die cas capellà, und die Sakristei (Nummer 8).
Das Kircheninnere ist nüchtern. Der barocke Hauptaltar stammt aus San Millán in Segovia. Aus dem gleichen Ort kamen auch die Altaraufsätze der 3. und 4.Kapelle. Unter den Bildern ist ein an eine Säule gebundener Christus hervorzuheben.
Bibliografie:
EL PUIG DE MISSA DE SANTA EULÀRIA DES RIU
Anàlisi històrica i arquitectònica (Geschichte und Architektur)
Consell Insular d´Eivissa i Formentera (Inselrat von Ibiza und Formenera)
Conselleria de Cultura (Rat für Kultur)
Autor: Antoni Ferrer Abárzuza
Nordfassade
Südfassade
Ostfassade
Gesamtansicht
TORRE D´EN VALLS o D´EN CAMPANITX (D´EN VALLS- oder D´EN CAMPANITX-TURM)
BESCHREIBUNG
Dieser zur Verteidigung der Küste erbaute Turm, dessen Inneres zur Aufbewahrung von Artillerie diente, wurde 1763 erbaut und später durch eine Explosion im Munitionsraum zerstört. Vor kurzem wurde dieser Turm wieder aufgebaut. Der Campanitx-Turm weist folgende Merkmale auf, die man auch an allen Türmen beobachten kann, die zu jener Zeit auf den Inseln erbaut wurden (mit Ausnahme der Türme von Espalmador, Portes und Sal Rosa):
Erdgeschoß. Das Erdgeschoß ist in zwei Teile geteilt, von denen ein Teil keine Räume. Der andere ist wiederum in zwei Teile geteilt: der Munitionsraum mit zwei Luftlöchern und der Vorratsraum, an dessen Wand eine Treppe zum Hauptgeschoß führt. An der Treppe befinden such zwei Luken.
Erster Stock. Dieser besteht aus einem einzigen überkuppelten Raum, in dem sich der Eingang befindet. Gegenüber dem Eingang befindet sich eine Luke. Weiters gibt es in diesem Raum die Treppe zum Mauertürmchen sowie auch die zuvor genannte Treppe ins Erdgeschoß. Der Eingang ist außen durch den Zinnenvorsprung des Mauertürmchens geschützt, zwei schwere Türen versperren den Zugang, dazwischen liegt eine rechteckige Öffnung, die den Tunnel am Eingang mit dem Mauertürmchen verbindet. Durch diese Öffnung konnte man Angreifer abwehren, die die erste Tür schon durchquert hatten.
Plattform. Dort finden wir ein rechteckiges Mauertürmchen, dessen äußere Seite sich in die Kurven der Mauer einfügt. In seinem Inneren befindet sich ein durch vier Kragsteine gestützter Zinnenvorsprung, der zur Verteidigung des Eingangs diente, darüber überblickten zwei Schießscharten den Zugangsweg zum Turm. Auf dem Boden des Mauertürmchens befindet sich der Eingang des zuvor beschriebenen Tunnels, außerdem die schmale Wendeltreppe zum Hauptgeschoß. Die restliche Außenmauer der Plattform hat keine Luken. Von der Plattform aus überblickt man den gesamten Küstenabschnitt zwischen Punta Grossa und Cap Roig, sowie auch Tagomago. Von außen hat der Turm die Form eines Kegels, dessen Fundament sich an die Unregelmäßigkeiten des Bodens anpasst. Der Turm hat zwei Zierleisten, eine auf halber Höhe und die andere im oberen Teil. Ab dieser zweiten Leiste ragt die Mauer vertikal nach oben. Der im ersten Stock gelegene Eingang ist ein Rundbogen. An der Spitze des Turmes befindet sich das Mauertürmchen, das durch ein zweiseitiges Dach abgeschlossen ist. Ursprünglich war die Struktur des Turms aus durch Mörtel verstärkten mittelgroßen Steinen mit sechs Rippen aus Sandstein (marès), die dem Gebäude Stabilität verleihen sollten, von denen heute nur noch drei erhalten sind.
ERHALTUNGSZUSTAND
Bei der Restaurierung vor einigen Jahren wurde eine Holztreppe hinzugebaut, die ursprünglich nicht existierte, da die Turmwächter jener Zeit Hand- oder Strickleitern verwendeten, die, wenn notwendig, wieder eingezogen wurden.
Bibliografie:
TORRES DE DEFENSA DE SANTA EULALIA (VERTEIDIGUNGSTÜRME VON SANTA EULALIA)
Beitrag zu den Studien über das historische Erbe der Gemeinde Santa Eulària des Riu Michel Ferrer Clapés und Antonio Ferrer Abárzuza.
Unterstützt vom Gemeinderat von Santa Eulària des Riu.